Kapellensanierung beginnt im November

Wüstenrot Stiftung finanziert

Am Anfang ging es bloß um die Erneuerung der nach 50 Jahren völlig verwitterten Holzrahmen, die als Schmuckelemente innen an der Glas-Beton-Umfassungsmauer der Kapelle montiert sind. Das war seit Jahren schon überfällig, aber das Geld wurde immerfort an anderen Stellen gebraucht: für die gravierenden Schäden am Alten Turm und an der Kirche, für die Beleuchtung oder zuletzt zur Sanierung der Lüftungsanlage in der Kirche. Die Wüstenrot Stiftung wurde um Hilfe gebeten.
Wenn aber die Ludwigsburger Stiftung etwas anpackt, dann richtig. So entstand der Plan, die 1963 eingeweihte Kapelle – den im Innern so freundlichen Flachbau neben dem Glockenturm mit seiner fast an einen klösterlichen Kreuzgang erinnernden grünen Umfassung – gründlich zu sanieren. Seit anderthalb Jahren haben hochkarätige Fachleute alles untersucht: vom Zustand des Betons und der tragenden Stahlbauteile über die Holzverkleidung im Innern und die Belüftungs- und Wasserleitungen bis hin eben zu diesem begrünten Umgang. Hier konnte in 50 Jahren noch nie eine praktikable gärtnerische Lösung gefunden werden, um die von japanischen Gartenanlagen inspirierten Ideen des Architekten Egon Eiermann nachhaltig zu realisieren. Aber hoffentlich jetzt!
An den Planerrunden war auch die Denkmalpflege regelmäßig beteiligt. Nun beginnen Mitte November die Arbeiten für mindestens ein Jahr. Die hohen Denkmalschutzerfordernisse bei der Instandsetzung dieses Kleinods der Architekturmoderne könnten ohne diesen potenten und engagierten Geldgeber nicht annähernd erfüllt werden. Über 1,4 Millionen Euro wird die Wüstenrot Stiftung investieren, auch z. B. in Wärmeschutzverglasung, um im Winter Heizkosten zu sparen und der Überhitzung des vollverglasten Raumes im Sommer entgegenzuwirken. Außerdem wird die Kapelle endlich getrennte Damen- und Herren-WCs erhalten und eine Teeküche, um so künftig noch vielfältiger nutzbar zu sein.

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